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Denkmale in Greifswald

August-Bebel-Denkmal

August-Bebel-Denkmal in Greifswald August-Bebel-Denkmal
Die Greifswalder haben zwar den Ruf in vielen Dingen recht konservativ zu sein, was aber durch bestimmte Tatsachen des Öfteren widerlegt wurde. Wie könnte man es sich sonst erklären, dass in Greifswald eines der ersten Denkmale in Deutschland aufgestellt wurden, welche an den verstorbenen Vorsitzenden der SPD August Bebel erinnern sollte. Seinen ursprünglichen Platz fand dieser Gedenkstein in der Credner-Anlage, welche sich nordwestlich der Altstadt befindet, wo er am 12. September des Jahres 1920 durch Feierlichkeiten mit etwa zweieinhalbtausend anwesenden Personen eingeweiht wurde. Im Mai des Jahres 1934 wurde der Stein durch rechtsgesinnte Studenten umgestürzt und um weitere Schäden von dem Denkmal abzuwenden wurde er von Mitgliedern der SPD versteckt und blieb für ein paar Jahre verschwunden, bis er plötzlich wieder auftaucht.

Diesmal war sein Platz nicht mehr in der Credner-Anlage, sondern in der Mitte des Friedrich-Platzes, welcher nun auch den Namen August-Bebel-Platz erhielt. Bei einer gärtnerischen Umgestaltung des Platzes wurde sein Standort wieder verändert und er auf der Ostseite des Platzes aufgestellt. Die Gestaltung des Denkmals ist recht schlicht ausgefallen. Er besteht aus einem Findling, in welchen eine rechteckige Vertiefung eingearbeitet wurde, in welcher eine Widmung eingemeißelt wurde.

Barnekow-Stein

Barnekow-Stein bei Greifswald der Barnekow-Stein bei Greifswald
An der Straße von Greifswald nach Neuenkirchen findet man am linken Straßenrand einen Stein, welchen welcher mit einem kleinen Zaun umrandet ist. Im fünfzehnten Jahrhundert waren die pommerschen Hansestädte, insbesondere die Stadt Stralsund, recht aufmüpfig gegenüber den pommerschen Herzögen, was schließlich auch zu einem politischen Verbrechen führte, von welchem dieser recht unscheinbare Sühnestein noch zeugt.

Zu dieser Zeit war Otto Fuge Bürgermeister von Stralsund. Er rief im Jahre 1453 zu einem Landtag nach Stralsund ein. Der Herzog Wartislav IX. von Pommern-Wolgast, übrigens war er auch der Stifter der Universität Greifswald, schickte Raven Barnekow, seinen Landvogt von Rügen, als Beobachter dorthin. Als der Bürgermeister von Stralsund auf dem Alten Markt vor den anwesenden Leuten den Herzog als Verräter titulierte, trat Raven Barnekow hervor und bezichtigte ihn der Lügen und des Landesverrates. Bürgermeister Fuge ließ ihn und seine beiden Begleiter daraufhin verhaften und vor ein Gericht stellen, welches sie zum Tode durch das Rad verurteilte. Nach seinem grausamen Tode wurde der Leichnam von Raven Barnekow an das Rad geflochten und verblieb daran, bis die gewalttätige Herrschaft von Otto Fuge durch die Bevölkerung von Stralsund beendet wurde, welche ihn und seine Anhänger aus der Stadt vertrieb.

Nach der Huldigung des Herzogs durch die Stadt wurden die Gebeine abgenommen und in die Nikolaikirche von Greifswald überführt. Auf Veranlassung des Herzogs mussten die Bürger von Stralsund die Gebeine bei einem feierlichen Akt nach Greifswald tragen und durften sich nur einmal auf der Hälfte der Strecke ausruhen. An dieser Stelle in Rheinberg und dem Ort der Übergabe der Gebeine, welche vor den Toren der Stadt Greifswald erfolgte, wurde zur Erinnerung an diesen Vorfall je ein Sühnestein aufgestellt.

Bismarcksäule

Bismarcksäule Greifswald Bismarcksäule
Im Deutschland der Kaiserzeit wurden viele Bismarcksäulen aufgestellt, welche den hohen Grad der Verehrung des Eisernen Kanzlers in dieser Zeit bezeugen. Kurz nach dem Tod Otto von Bismarck gründete sich in der Greifswalder Studentenschaft ein Komitee, in welchem Professor Dr. Rehmke den Vorsitz innehatte, um eine solches Denkmal zu errichten. Ausgewählt wurde der Entwurf Götterdämmerung vom Architektem Wilhelm Kreis, von welchem in Deutschland 47 Exemplare errichtet wurden. Die Bismarksäule in Greifswald war übrigens die erste fertiggestellte Säule dieses Entwurfs.

Die Säule ist in seiner Ausführung sehr schlicht gehalten, der einzige Schmuck war ein Reichsadler mit einem Bismarck-Wappen, welches sich auf dem Herzschild des Adlers befand. Auf der Spitze befindet sich eine Feuerschale, welche eine Seitenlänge von 1,5 Metern hat. Im Jahre 1960 wurde die Bismarcksäule in Olympiasäule umbenannt und der Adler mit einem olymipschen Zementrelief ausgetauscht. 1991 bekam die Greifswalder Bismarksäule seinen ursprünglichen Namen wieder. Das nun unpassende olympische Relief wurde 1997 bei einer Sanierung des Denkmals wieder entfernt, das ursprüngliche Adlermotiv aber nicht hinzugefügt.

Engelstein

Engelstein Greifswald Engelstein
Wenn man einen ausgedehnten Spaziergang durch den Elisenhain macht, welcher sich im Ortsteil Eldena befindet, kommt man zwangsläufig am sogenannten Engelstein vorbei. Unter diesem Findling wurde die Urne mit der Asche des im Jahre 1866 in Greifswald geborenen Dichters Georg Engel vergraben. Die Stadt Greifswald brachte in der Vergangenheit einige sehr bekannte Schriftsteller hervor, beispielsweise Hans Fallada oder Wolfgang Koeppen, an den Dichter Georg Engel erinnert man sich heutzutage so gut wie nicht mehr. Seine literarischen Werke wurden im Dritten Reich verboten und durften nicht mehr aufgeführt werden. Einige seiner Bücher, zum Beispiel die Leute von Moorluke oder Hann Klüth, spielen in der Stadt Greifswald.

Martin Anderson Nexö Denkmal

Martin Anderson Nexö Denkmal in Greifswald Martin Anderson Nexö Denkmal
Eine Umwidmung fand bei diesem Denkmal statt. Ursprünglich war auf dem drei Meter hohen Findling, welcher aus einem Hühnengrab bei Klein Zastrow stammt, ein Eisernes Kreuz und eine Inschrift zu lesen, welche an die im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des 42. Regiments erinnern sollte, welches in der ehemaligen Kaserne am heutigen Platz der Freiheit stationiert war. In dieser Form war er noch als der 42er Stein bekannt. Nach dem zweiten Weltkrieg und der anschließenden Besetzung Ostdeutschland wurden zahlreiche militaristische Denkmäler zerstört. Auch dieses Denkmal sollte den Anweisungen zufolge von seinem Platz entfernt und der Stein an seinen ursprünglichen Platz zurückgebracht werden.

Im Jahre 1951 widmete der Greifswalder Bildhauer Hans Prütz das Kriegerdenkmal zu einem Gedenkstein für den Martin Anderson Nexö um, welcher einer aus ärmlichen Verhältnissen stammender dänischer Schriftsteller war. Bekannt geworden ist er unterer anderem durch einen Roman Pelle der Eroberer, in welchem er das Leben auf der Insel Bornholm beschreibt. Auf dem Denkmal findet man ein gegossenes Relief mit seinem Portrait, wobei man auf diesem Gedenkstein noch einige Spuren des entfernten Eisernen Kreuzes ausmachen kann.

Pfarrer-Wachsmann-Denkmal

Pfarrer-Wachsmann-Denkmal in Greifswald Pfarrer-Wachsmann-Denkmal
In der Rubenowstraße in der Nähe des Hauptgebäudes der Universität findet man unterhalb des Walles ein Denkmal für den in Berlin geborenen und in Greifswald wirkenden katholischen Pfarrer Alfons Maria Wachsmann. Er war ein starker Kritiker der Politik der NSDAP und wurde deshalb am 23. Juni 1943 verhaftet und ins Gefängnis von Stettin gebracht. Später wurde er in das Zuchthaus von Brandenburg-Görden überführt, wo ihm dann am 21. Februar das Fallbeil das Leben nahm.

In der DDR hatte man in den ersten Jahrzehnten noch einige Probleme mit Denkmälern für Widerstandskämpfer welche aus den Kreisen der Kirche kamen. Eine Straße in Greifswald wurde zwar schon 1946 nach ihm benannt und 1958 eine Gedenkplatte an seinem damaligen Wohnhaus angebracht, ein Denkmal wurde aber erst vierzig Jahr nach seinem Tode errichtet. Diese feierliche Einweihung fand im Jahre 1984 statt, über welche sogar das staatliche Fernsehen der DDR berichtete.

Rathaustür

Rathaustür Greifswald Rathaustür
Die historische Altstadt von Greifswald konnte durch eine kampflose Übergabe an die Rote Armee vor einer völligen Zerstörung bewahrt werden und so dem Schicksal entgehen, welches viele andere Städte in der Region erleiden mussten. Diesen Wendepunkt in der Greifswalder Geschichte wählte man im Jahre 1965 auch als ein Motiv für eine Neugestaltung der Rathaustür, welche durch den aus der Hansestadt Rostock stammenden Bildhauer Jo Astram gestaltet wurde. Die Gestaltung der Rathaustür sollte als eine Art Mahnmal an den 20. Jahrestag des Kriegsendes erinnern. Auf der Bronzetür findet man einige Reliefs und Inschriften, welche bestimmte Geschichten erzählen. Auf dem unteren Relief findet man eine Darstellung über das Leiden in den Konzentrationslagern und über die Bildung von politischen Gruppierungen, welche in dieser Zeit Widerstand gegen die Diktatur geleistet haben.

In dem mittleren Relief , welches sich rechts oberhalb der Türgriffe befindet, sieht man das Motiv der Übergabe. Auf der rechten Seite sieht man einen deutschen Soldaten, welcher seine Waffe übergibt, und einige Zivilisten. Auf der linken Seite findet man wiederum ein paar sowjetische Soldaten, während sich unterhalb der beiden Gruppen ein totes Pferd befindet. In dem oberen Relief findet man einige Szenen welche nach dem Kriegsende anzusiedeln sind. So sieht man kleine Kinder spielen, Studenten einer Vorlesung lauschen und mehrere Leute einen Mast aufrichten. Diese Szenen werden mit einem Zitat der ersten Strophe der Kinderhymne von Berthold Brecht unterstrichen.

Rubenow-Stein

Rubenow-Stein Greifswald Rubenow-Stein
Kaum einer prägte die Geschichte der Hansestadt Greifswald so stark wie ihr ehemaliger Bürgermeister Heinrich Rubenow. Er betrieb die Initiative für die Gründung einer Universität in Greifswald, welche im 1456 offiziell gegründet wurde. Er war aber auch ein sehr unbequemer Zeigenosse und hatte sich daher viele Feinde geschaffen. Im Dezember 1457 musste er aus der Stadt vertrieben, konnte aber durch die Unterstützung des Herzogs von Pommern wieder seinen Platz einnehmen. Während der Silvesternacht des Jahres 1462 wurde er von Klaus Hurmann, einem Handwerksburschen und Handlanger seiner politischen Gegner, dem Bürgermeister Dietrich Lange und dem Ratsherren Nikolaus von der Osten, im Rathaus mit einer Axt erschlagen.

Zu dieser Zeit war es ein Bestandteil bei der Beendigung von Fehden Sühnesteine zu errichten, welche an solche Verbrechen erinnern sollten. Heinrich Rubenow wurde in der Klosterkirche des Grauen Klosters beerdigt, welche aber nicht mehr erhalten geblieben ist, da sie Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde. Daher kam dieser Sühnestein im Jahre 1792 in die Marienkirche, wo man ihn noch heute bewundern kann. Der Rubenowstein besteht aus gotländischem Kalkstein und das kunstvoll gestaltete Motiv ist mit einer Ritztechnik geschaffen worden. Man sieht darauf eine Kreuzigungsszene, vor dem Kreuz kniet Rubenow, den Hermelinmantel tragen, welche die Rektoren der Universität zu feierlichen Anlässen trugen.

Studentenstein

Studentenstein Greifswald Studentenstein
Wenn man einen Spaziergang auf den Wallanlagen unternimmt findet man ungefähr auf der Höhe der Universität einen großen aufrecht stehenden Findling. Dieser Gedenkstein wurde Anfang des Jahres 1921 durch die Studentenschaft der Universität Greifswald dort aufgestellt um ihrer im ersten Weltkrieg gefallenen Kommilitonen zu gedenken. Dieser Stein wurde aber auch dem Feldmarschall Hindenburg und den Heerführern des Krieges gewidmet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde und der erste Teil der Inschrift, welcher Hindenburg und den Heerführen galt entfernt und der Text in Ihren in den Weltkriegen gefallen Kommilitonen abgeändert. Das MfS ließ diesen Gedenkstein in den 70er Jahren verschwinden und seitdem war jahrelang verschollen. Der Stein konnte aber 1994 aber durch einen Zufall wieder aufgefunden werden und seit 1995 steht er wieder an seinen ursprünglichen Standort. Die Inschrift des Steines ist heutzutage nicht mehr gut lesbar, da die eingemeißelten Worte ursprünglich mit Farbe ausgemalt waren.

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