Klosterruine Eldena
Klosterruine EldenaBei der Gründung des Klosters Eldena lag es noch direkt an der Mündung des Flusses, welcher aber im Mittelalter begradigt wurde, da dieser Flussarm langsam versandete. Beim Bau orientierte sich architektonisch an dem Mutterkloster Esrom. Um das Jahr 1200 herum begann man mit dem Bau der dreischiffigen Klosterkirche und begann mit dem Chor, Querhaus und dem ersten Langhausjoch. An dem Westflügel und dem Südflügel der Klausurgebäude des Klosters wurde etwa von der Mitte des 13. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts gebaut, während der Ostflügel der Klausur schon um das Jahr 1300 herum fertig gestellt werden kannte. Am Anfang des 15. Jahrhunderts wurden die Westfassade der Klosterkirche und das Langhaus des Klosterkomplexes fertig gestellt. Während fleißig an dem imposanten Kloster gebaut wurde, gründeten die Mönche im Jahre 1241 ein paar Kilometer landeinwärts, an der Stelle, an der nicht nur die Arbeiter der klostereigenen Saline wohnten, sondern sich auch zwei Handelswege kreuzten die Stadt Greifswald. Das Kloster Eldena bekam daher auch das Patronat über die Nikolaikirche und die Marienkirche in der Stadt Greifswald verliehen.
Eine Wende in der Geschichte brachten die Reformation und der anschließende dreißigjährige Krieg. Durch die Reformation, welche auch in Pommern durchgeführt wurde, der berühmte Croy-Teppich, welchen man in der Ausstellung vom Pommerschen Landesmuseum besichtigen kann zeugt noch heute von dieser Zeit, wurde das Kloster durch den Herzog Philipp l. von Pommern-Wolgast aufgehoben und in ein herzogliches Amt umgewandelt. Das Kloster Eldena bekam dadurch nicht nur den Status einer herzoglichen Residenz sondern diente in dieser Zeit auch als Grabgelege für das pommersche Herzogshaus. Während des dreißigjährigen Krieges wurde der ehemalige Klosterkomplex durch die schwedischen Truppen in Brand gesetzt und durch das Feuer stark zerstört. Im Jahre 1634 schenkte der Herzog Bogislaw XIV von Pommern, welcher der letzte in seiner Ahnenreihe blieb, die größten Teile der Ländereien der Universität Greifswald. Diese wurde dank des großzügigen Geschenks von gut 14400 Hektar Land nicht nur die reichste Universität in ganz Deutschland, sondern durch die Einnahmen für einige Jahrhunderte wirtschaftlich unabhängig.
Während es mit der schon im Jahre 1456 gegründeten Universität stetig aufwärts ging, verfielen die Gebäude des Klosters Eldena immer mehr. Ab dem Jahre 1655 begann man dann die ehemalige Klosteranlage als Steinbruch zu verwenden. Zuerst nutzte man die gewonnenen Steine für die Ausbesserung der beschädigten Stadtmauern von Greifswald, dann errichtete man aus den Backsteinen aus den Klostermauern einige neue Universitätsgebäude in der Stadt. Die Geburt der Romantik war letztendlich der Rettung der noch erhalten gebliebenen Mauern. Der wohl der bekannteste Sohn der Stadt Greifswald war der Maler Caspar David Friedrich. Als größter Vertreter der Romantik schaffte er es mit seinen Bildern, auf welchen er auch des oft die Klosterruine Eldena verewigte, für dieses verfallene Bauwerk wieder ein stärkeres öffentliches Interesse zu schüren. Im Jahre 1828 begann man mit Ausgrabungen auf dem Gelände, um die Geschichte des Klosters zu erforschen. Um die noch vorhandenen Mauerreste der Klosterruine Eldena wurde nach den Plänen von Peter Joseph Lenné ein Park angelegt. Die Klosterruine wurde dadurch zu einem beliebten Ziel für die Ausflügler, welche den nahegelegenen ehemaligen Klosterwald durchwanderten, welcher zu Ehren der preußischen Kronprinzessin Elisabeth in den Elisenhain umbenannt wurde.
In den 60er Jahren wurden die Mauern der Ruine aufwendig saniert und im ehemaligen Konventsgebäude eine Freilichtbühne eingebaut, welche seitdem für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Es finden hier nicht nur Theateraufführungen statt, die ehrwürdigen Mauern bieten auch einen stilvollen Rahmen für die Eldenaer Jazzevenings, welche schon seit vielen Jahren immer wieder begeisterte Freunde der Jazzmusik in die idyllische Stadt am Bodden locken. Inzwischen ist die Klosterruine Eldena eine offizielle Kulturstätte der Euroregion Pomerania.
Von der einstigen Pracht dieses Bauwerks kann man leider vieles nur noch erahnen. Der Großteil der Anlage ist während der Zeit verloren gegangen, als der Klosterkomplex als Steinbruch genutzt wurde. Außer den Außenmauern des Konvents, findet man noch einige Teile des Kirchenschiffes vor. Das schönste Motiv für ein Foto zum Andenken an den Besuch ist wohl das prägnante Westwerk mit dem Treppenturm, welchen man gleich zu Gesicht bekommt, wenn man die Anlage betritt. Den als Treppenturm gestalteten Strebepfeiler konnte man vor einigen Jahren noch besteigen. Aufgrund des Schutzes vor Vandalismus und einigen Sicherheitsbedenken ist dieses heutzutage aber nicht mehr möglich. Etwas abseits des Geländes findet man den Keller der ehemals klostereigenen Brauerei, welcher heute aber nur noch einigen Fledermäusen eine Heimat bietet.
Die Klosterruine Eldena liegt direkt am Ostseeküstenradweg, welcher von Eldena aus zum Fischerdörfchen Wieck führt, von wo man dann aus über den als kombinierten Rad- und Wanderweg ausgebauten Treidelpfad bis zum Museumshafen von Greifswald gelangt. Die meisten Urlauber werden dieses alte Gemäuer während des Sommers besuchen. Persönlich finde ich die Gesamtanlage aber am schönsten, wenn sie an einem Wintertag besucht. Wenn man alleine dort ist und die einsamen Mauern von frisch gefallenem Schnee sind. Dann fühlt man sich so wie von Caspar David Friedrich, welcher sie so auf einigen seiner Bilder verewigt hat. Bei dieser Atmosphäre kann man dann gut verstehen, warum die Klosterruine Eldena zu einem seiner Lieblingsmotive wurde.
