Insel Hiddensee
Die kleine und beschauliche Insel Hiddensee, welche sich westlich von der Insel Rügen befindet, ist offiziell der sonnenreichste Ort in ganz Deutschland. Aufgrund der geographischen Lage und der relativ kleinen Größe dieser Insel, über der sich keine neuen Wolken bilden können, ist das Wetter auf Hiddensee sehr viel sonniger als auf dem an sich sonnenverwöhnten vorpommerschen Festland und der Insel Rügen.
Geschichte
Blaue ScheuneDer Tourismus kam erst relativ spät nach Hiddensee. Im Gegensatz zu den mondänen Seebädern auf Rügen oder Usedom bot diese Insel nichts außer viel Natur und Ruhe. Diese ursprünglichen Nachteile wandelten sich aber in einen unschätzbaren Vorteil, denn seit Anfang des 20. Jahrhunderts zog sie dadurch unzählige Künstler an, welche sich durch die Beschaulichkeit des kleinen Eilands inspiriert fühlten und so Hiddensee den Ruf einer Künstlerinsel einbrachten. Aber auch heutzutage spürt man noch etwas von der Atmosphäre damaliger Zeiten. Nicht unbedingt in der Hochsaison, dann nämlich tummeln sich recht viele Tagesausflügler auf den Wanderwegen der Insel herum. Man sollte die absolute Ruhe eher während der kühleren Jahreszeiten suchen. Aber auch so geht es auf Hiddensee deutlich entspannter als in anderen Urlaubsregionen zu. Allein schon durch den fehlenden Autoverkehr gibt es deutlich wenig Hektik im Verkehr.
Anreise
Fährschiff zur Insel HiddenseeVerkehr
Auf Hiddensee gibt es keinen individuellen Autoverkehr. Man bewegt sich dort hauptsächlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Pferdekutschen fort. Die dafür notwendigen Rad- und Wanderwege sind sehr gut ausgebaut und ausgeschildert. Möchte man Hiddensee bei einem Tagesausflug mit dem Fahrrad erkunden, sollte man am besten auf die örtlichen Fahrradverleiher zurückgreifen. Die fälligen Mietgebühren für diese Fahrräder sind sogar etwas günstiger als der Transport des eigenen Fahrrades auf den Fährschiffen. Zudem ist diese Handhabung bei der An- und Abreise deutlich stressfreier, da die dafür vorhandenen Stellflächen auf den Schiffen doch recht beengt sind. In der Hauptsaison empfiehlt sich eine Reservierung, um so sicherzustellen, dass man nicht leer ausgeht. Die verschiedenen Fahrradverleiher haben sich in der Nähe der Häfen angesiedelt, so dass man nicht lange nach ihnen suchen muss.
Kulinarisches
Sanddornbüsche findet man überall auf der Insel Hiddensee und die Produkte aus Sanddorn gehören unangefochten zu den beliebtesten Mitbringseln. Der Sanddorn ist übrigens sehr gesund, er hat einen sehr hohen Anteil an Vitamin C, ist dafür aber auch recht säuerlich im Geschmack. Ob es beispielsweise nun Säfte, Liköre oder Pralinen sind, man findet in den Souvenirläden der Insel eine relativ große Auswahl verschiedenster Artikel aus dieser Beere. Jedes der vielen kleinen gemütlichen Cafés auf Hiddensee hat sein eigenes Rezept für seinen eigenen Sanddornkuchen. Und jedes behauptet von sich den besten Kuchen der Insel zu haben.
Unterkünfte
Die Nachfrage nach den Zimmern in den Hotels und Pensionen der Insel ist deutlich größer als das überhaupt verfügbare Angebot. Die Zimmerkapazität wird aber aufgrund baulicher Vorschriften und dem Naturschutz nicht weiter vergrößert werden können. Die meisten Unterkünfte auf Hiddensee werden schon im Vorjahr gebucht, so dass man sich frühzeitig um eine Unterkunft bemühen sollte, wenn man in der Hauptsaison für ein paar Tage die Insel besuchen möchte.
Strand
Der Badestrand auf Hiddensee befindet sich auf der westlichen Seite der Insel zwischen den Orten Vitte und Kloster. Die Freunde der Freikörperkultur werden auf Hiddensee auf ihre Kosten kommen, denn auf Hiddensee sind große Strandabschnitte als textilfreie Bereiche gekennzeichnet.
Sehenswürdigkeiten
Leuchtturm DornbuschNatur
Die Insel Hiddensee ist ein Bestandteil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und hat zwei Schutzzonen, welche nicht betreten werden dürfen. Im Nordosten der Insel ist es der Alte und der Neue Bessin, im Süden der Gellen. Diese beiden Gebiete sind sogenannte Sandhaken, welche langsam durch die Anlagerung von Sedimenten aus der Ostsee entstehen. Der Gellen ist etwa 5 Kilometer lang und einer der größten Rastplätze für Kraniche in Deutschland, welche man von der vorbeifahrenden Fähre aus sehen kann.
HeidelandschaftIm Norden der Insel findet man das Naturschutzgebiet Dornbusch. Die hier ursprünglich wachsenden Eichen wurden unter General Wallenstein abgebrannt und erst im 19. Jahrhundert wurde das Gebiet mit Kiefern wieder aufgeforstet. Die höchsten Erhebungen des Dornbuschs sind der Swantiberg mit 65 Metern und der Bakenberg, auf dem sich der Leuchtturm befindet, welcher eine Höhe von 72,3 Metern vorweisen kann. Die Steilküste der sogenannten Hucke wurde in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts mit einem bis zu drei Meter hohen Wall versehen, welcher die an dieser Stelle stark voranschreitende Küstenerosion erfolgreich unterbinden konnte. Im nördlichen Teil der Insel gibt es einen solchen Wall nicht, so dass man dort gut sehen kann, wie das Meer mit seiner Kraft Material von der Steilküste abträgt um es dann am Bessin wieder abzulagern.
Wanderung
Wanderweg auf HiddenseeOptimaler ist es daher die Insel zu Fuß zu erkunden. Eine Wanderung auf Hiddensee sollte man am Besten von Neuendorf aus bewerkstelligen. Von dort aus geht man in Richtung Norden, wobei man einen großen Teil der Strecke nach Vitte durch die Heide zurücklegen sollte, denn wenn die Heide blüht hat man nicht nur einen schönen Anblick, sondern es duftet auch verführerisch nach Honig. Aber auch die dort vorherrschende Stille muss man nicht mit vielen Urlaubern teilen, denn diese fahren meistens von Neuendorf aus mit dem Rad weiter.
In Vitte angekommen hat man die Wahl zwischen den Wegen auf den Deichen der Salzwiesen oder dem Wanderweg oberhalb des Badestandes auf der Westseite der Insel, um nach Kloster zu gelangen. Ab dort wird die Wanderung etwas anstrengender, denn die Wege werden etwas bergiger.
Blick auf die InselIn Kloster angekommen kann man sich im Hafen ein frisches Fischbrötchen gönnen, bevor man die Fähre für die Heimfahrt besteigt. Bei einem Zustieg im Hafen von Kloster hat man während der Hauptsaison noch eine gute Chance einen Platz auf den Sonnendecks der Fähren zu bekommen. Da Kloster der erste Hafen bei der Rückfahrt ist, sind die Fähren hier noch relativ leer. Voller werden sie erst in den Häfen von Vitte und Neuendorf. Sollte man erst in Neuendorf zuzusteigen, kann es öfter einmal passieren, dass man an Tagen mit hohem Besucheraufkommen, nur noch Stehplätze abbekommt.
