Vierrademühle Neubrandenburg
Vor den Toren der Stadt Neubrandenburg standen im Mittelalter mehrere Mühlen. Die älteste von ihnen ist die
Vierrademühle, welche sich gegenüber dem Treptower Tor befindet. Diese alte Wassermühle wurde im Jahr
1272 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Um die Mühle betreiben zu können, wurde der nördliche
Abfluss des Tollensesees zugeschüttet, so dass der Wasserspiegel des Sees um gut einen Meter anstieg, und der Oberbach
angelegt, welcher die Vierrademühle mit dem notwendigen Wasser versorgte. Der Name der Mühle stammt von den vier
Wasserrädern, mit welchen diese einmal ursprünglich ausgestattet wurde. Um das Jahr 1600 herum wurde die Stadt
Neubrandenburg die Eigentümerin der Mühle um die während des dreißigjährigen Krieges erbitterte
Kämpfe geführt wurden. Nachdem Neubrandenburg Konkurs angemeldet hatte, ging sie 1664 in den Besitz des Amtes
Stargard über. Während des 17. Jahrhunderts brannte die Vierrademühle mehrmals völlig ab. Bei dem
Wiederaufbau in den Jahren 1682 und 1684 bekam die Vierrademühle zwei oberschlächtige Wasserräder statt
der ursprünglichen vier unterschlächtigen Wasserräder.
Ab dem Jahre 1925 wurde die Wasserkraft nicht mehr notwendig, da ab diesem Zeitpunkt die Mahlwerke durch mehrere
Elektromotoren angetrieben wurden. Bis zum Jahre 1998 diente die Mühle noch ihrem ursprünglichen Zweck, bis
dann das Ensemble der Anlage aufwendig umgebaut wurde. Heute findet man in diesem Gebäudekomplex mehrere Gaststätten
und Lokale und auch eine Außenstelle vom Regionalmuseum Neubrandenburg. Zudem finden in den Räumlichkeiten
regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.