
Wieckhaus
Wieken als typischen Bestandteil der mittelalterlichen Stadtbefestigungen findet man hauptsächlich im Gebiet von
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vor. In der ursprünglichen Stadtmauer von Rostock gab es auch zahlreiche Wieken,
von denen aber nur noch einige wenige Exemplare erhalten geblieben sind. Wenn man sich vom Kröpeliner Tor aus auf einen
Spaziergang entlang der Stadtmauer begibt, kann man dabei noch einige dieser Wieckhäuser sehen. Die halbrunden
Wiekhäuser wurden hauptsächlich in den südwestlichen und westlichen Bereichen der Stadtmauer errichtet.
In jedem der noch vorhandenen Wiekhäuser, welche alle über ein sehr massives Mauerwerk verfügen, welches
stellenweise über zwei Meter dick sein kann, findet man jeweils drei Schießscharten vor.
Wenn man auf der Höhe des Klosters zum Heiligen Geist ist, sollte man sich auf den Hof des Klosters begeben. Hier
befindet sich eine Rekonstruktion eines mittelalterlichen Wehrgangs, von welchem aus die Bevölkerung ihre Stadt verteidigte.
Der Abstand zwischen den einzelnen Wieken ist recht unterschiedlich und schwankt zwischen fünfzig und achtzig Metern.
Einige der Wiekhäuser wurden zu Wehrtürmen umgebaut. Die meisten dieser Wehrtürme sind nicht mehr erhalten
geblieben, denn befanden sich im Nordosten und wurden bei der Erweiterung des Stadthafens abgerissen. Das einzige noch
erhaltene zum Wehrturm umgebaute Wiekhaus ist der Lagebuschturm.