
Marienkirche Stralsund
Von der ursprünglichen Einrichtung der Kirche ist nicht mehr viel erhalten geblieben. Die meisten Stücke gingen während des Stralsunder Bilderbrechens verloren. Was dabei nicht verloren ging, wurde im Jahre 1647 ein Opfer der Flammen. Während der Besatzung Stralsunds durch napoleonische Truppen nutzten diese die Marienkirche als Lagerplatz für das Heu ihrer Pferde. Wenn man heute in dem Kirchenschiff steht, welche 96 Meter lang, 41 Meter breit und 33 Meter hoch ist, kann man gar nicht glauben, dass diese große Halle bis zur Decke mit Heu gefüllt war. Aufmerksame Besucher können im Deckengewölbe einige Spuren entdecken, mit welchen sich einige Soldaten verewigten. Im Jahre 1944 erfolgte ein Angriff durch die amerikanische Luftwaffe, durch welchen auch diese Kirche einige Schäden abbekam. Trotz der Zerstörungen findet man noch viele sehenswerte Einrichtungsgegenstände. In den Arkadenbögen findet man einige gotische Malereien welche aus dem 15. Jahrhundert stammen. Auf dem Boden der Kirche befinden sich viele Grabplatten, wovon die ältesten Exemplare schon aus dem 14. Jahrhundert stammen.
Etwa Mitte des 18. Jahrhundert wurden die barocken Grabkapellen zwischen den Stützpfeilern errichtet. Der Bildhauer Johann Baptist Xavery aus Antwerpen schuf aus Marmor das Grabmal des aus Schweden stammenden Grafen Johan Paulinus Lillienstedt, welches sich im südlichen Chorumgang der Marienkirche befindet. Der Entwurf für die Gestaltung des neogotischen Chores stammte übrigens von Karl Friedrich Schinkel. Die größte Sehenswürdigkeit ist die im Mittelschiff befindliche Orgel von Friedrich Stellwangen aus dem Jahre 1659. Sollte man kein Problem mit Höhenangst haben, dann kann man bei seiner Besichtigung der Marienkirche auch den Turm besteigen und dann von der Aussichtsplattform den herrlichen Blick über die Altstadt von Stralsund und auf die Küste der nahegelegene Insel Rügen genießen.