
Scheelehaus Stralsund
Zu den ältesten erhaltenen Bürgerhäusern der Hansestadt Stralsund gehört das Scheelehaus, welches sich in der
Fährstraße, und in der Nähe des Alten Marktes befindet. Die Fährstraße gilt übrigens auch als die
älteste Straße der Stadt Stralsund. Eigentlich besteht das Scheelehaus aus zwei nebeneinander stehenden Giebelhäusern,
die schon bei der Errichtung einen gemeinsamen Keller besaßen, welcher sich unter beiden Häusern ausdehnt.
Beide Giebelhäuser wurden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wie die typischen Bürgerhäuser
aus dieser Zeit, also mit jeweils einer Diele errichtet, über der sich mehrere Speichergeschosse befanden. Um etwa
das Jahr 1400 herum wurde das Scheelehaus grundlegend erweitert und erhielt bei diesem Umbau weitere Speicherböden
und neue Giebel. Die Fassade, welche man heutzutage sehen kann, stammt von einem weiteren Umbau, welcher im 17. Jahrhundert
durchgeführt wurde. Bei diesem erhielt das Scheelehaus seinen geschwungenen Stufengiebel. Das Eingangsportal wurde bei
dieser Gelegenheit auch angepasst und bekam die Form eines Korbbogens. Während die Fenster im Erdgeschoss und im
Obergeschoss rechteckig gestaltet wurden, weisen die Luken der Speicherböden einen Segmentbogen auf. Im Laufe der
Jahrhunderte erfolgten weitere Umbauten. So wurde unter anderem im Inneren des Hauses ein Saal errichtet. Auch die Form
der Fassade änderte sich, bis sie bei einer Sanierung in den 80er Jahren wieder die Form erhielt, welche sie schon im 17.
Jahrhundert besaß.
Das linke Haus des Gebäudekomplexes besitzt eine anders gestaltete Fassade. Dieser ist in der
Form eines Stufengiebels gestaltet welcher mit einem dreieckigen Aufsatz abgeschlossen wird. Auch die Form der Fenster ist
völlig anders. Die unteren Fensterreihen besitzen sie Segmentbögen, während die Luken rechteckig ausgeformt
sind. Seinen Namen verdankt das Scheelehaus Carl Wilhelm Scheele, dem wohl bekanntestem Sohn der Stadt Stralsund, welcher
in diesem Haus das Licht der Welt erblickte. Carl Wilhelm Scheele arbeitete als Apotheker in Schweden und entdeckte bei seinen
wissenschaftlichen Forschungen in seinem Labor unter anderem den Sauerstoff. Im Jahre 2010 wurden das Scheelehaus und mehrere
umliegende Häuser, welche zum Gebäudekomplex Scheelehof zusammengefasst hat, grundlegend saniert und beherbergen
seitdem das Hotel Scheelehof, welches auch über ein eigenes Restaurant verfügt. Bei dieser Sanierung wurde
großen Wert auf die Erhaltung der historischen Bausubstanz gelegt, welche man nun überall im Gebäudekomplex sehen kann.