
Stadtwaage
Mit zu den wichtigsten Gebäuden für den Handel zur Zeit der Hanse zählten die sogenannten Stadtwaagen. In diesen
städtischen Gebäuden wurden die verschiedensten Waren gewogen, welche von den Schiffen entladen wurden bevor sie auf
dem Markt verkauft oder in einen der Speicher, welche man auf der Hafeninsel finden konnte, zwischengelagert werden konnten.
Eine solche Kontrolle war insoweit wichtig, da man zu dieser Zeit keine einheitlichen Maße und Gewichte kannte. Diese
zwangsweise amtliche Feststellung der in der jeweiligen Region gültigen Maße und Gewichte, kostete die Kaufleute
immerhin zwar etwas Geld, sie mussten schließlich für diese Dienstleistung eine als sogenanntes Wiegegeld betitelte
Gebühr an die Stadt zahlen, füllten somit auch die Stadtkasse, schützte sie im Gegenzug aber auch vor Betrug.
Die erste Erwähnung der Stralsunder Stadtwaage stammt schon aus dem Jahre 1279. Im 17. Jahrhundert zerstörte ein Brand
das Gebäude, welches bis auf die Grundmauern abbrannte, aber anschließend wieder neu aufgebaut wurde. Heutzutage sieht
man diesem Haus seine ursprüngliche Funktion nicht mehr unbedingt an, denn eine Bibliothek für Kinder ist in die
Räumlichkeiten eingezogen. Dafür ist die Stadtwaage in Stralsund das einzig erhaltene Bauwerk seiner Art, welches
gesamten Ostseeraum erhalten geblieben ist.