
Insel RudenIn früheren Zeiten bestand eine Landverbindung zwischen den heutigen Inseln Rügen und Usedom. Der Greifswalder Bodden war noch ein Binnensee und die Peene floss noch durch den Strelasund in die Ostsee. Mit der Zeit begannen sich die Insel Rügen und die Insel Usedom zu trennen. Zwischen dem Ruden und Usedom entstand eine kleine Meerenge mit dem im früheren Mittelalter gebräuchlichen Namen Portus Ruden. Im Jahre 1304 trennte die sogenannte Allerheiligenflut den damals nur durch einen kleinen Bach getrennten Ruden endgültig ab. Da die Insel Ruden eigentlich nur aus Sand besteht, verringerte sich ihre Größe im Laufe der Jahrhunderte deutlich. Anfang des 18. Jahrhunderts war die Fläche der Insel etwa dreimal so groß wie man sie heute vorfinden kann.
SteinwallBevor das Königreich Preußen in ihrer nach dem dreißigjährigen Krieg neu gewonnenen Provinz mit der Neugründung der Stadt Swinemünde und der Schiffbarmachung der Swine sich ihren eigenen Zugang zur Ostsee verschaffte, ging der gesamte Schiffsverkehr über die Peene und den Greifswalder Bodden. Der dort günstig gelegene Ruden eignete sich daher sehr gut als Standort für eine Lotsenstation. Im Jahre 1648 errichteten daher die neuen schwedischen Landesherren auf der kleinen Insel ihre erste Lotsenstation, mit welcher sie den Schiffsverkehr der vorpommerschen Region unter ihrer Kontrolle hatten. Der heute noch existierende Lotsenturm wurde im Jahre 1903 in Betrieb genommen.
LotsenturmDer Ruden ist im Gegensatz zu anderen Inseln, welche man noch im Greifswalder Bodden finden kann einfacher zu erreichen. Er ist zwar wie die Insel Vilm oder die Greifswalder Oie ein Naturschutzgebiet, dafür besitzt diese Insel aber auch einen kleinen Hafen für Segler. Dieser Hafen besitzt aber keinerlei sanitäre Einrichtungen oder sonstige Annehmlichkeiten. Man kann aber auch zum Ruden gelangen wenn man kein eigenes Segelboot besitzt.
die Seeadler im Hafen der Insel RudenEin weiterer Anbieter für Fahrten zum Ruden ist das Hotel Leuchtfeuer in Freest, welche vom kleinen Freester Hafen aus mit dem Fischkutter Lütt Matten zur Insel fahren. Im Gegensatz zur Apollo Reederei sind diese Fahrten mit dem Kutter Lütt Matten aber nicht an feste Fahrpläne gebunden, sondern diese Ausflüge sind frei buchbar.
Für Bahnreisende ist die Abfahrt von Peenemünde aus zu empfehlen. Die Usedommer Bäderbahn fährt den Bahnhof von Peenemünde stündlich an, so dass man bei einem Urlaub auf der Insel Usedom auch problemlos einen Schiffsausflug auf den Ruden oder die Greifswalder Oie unternehmen kann. Den Rest des Tages kann man dann in den Museen und Ausstellungen verbringen, von welchen man in Peenemünde so einige finden kann.Übrigens kann man seinen Hund mit zu einem Ausflug zum Ruden mitnehmen. Er muss dann aber die ganze Zeit an der Leine geführt werden.
FlugbeobachtugsturmIm Beobachttungsturm selber befindet sich eine kleine Ausstellung, in welcher man einiges über die Geschichte und die Natur der Insel und die ehemaligen Bewohner des kleinen Eilands erfährt. Auf dem Turm befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man aus einen schönen Blick über die Insel hat. Bei klarer Sicht sieht man in nördlicher Richtung das Mönchgut, welches die südliche Spitze der Insel Rügen darstellt, östlich befindet sich die Greifswalder Oie und wenn man in Richtung Süden schaut, sieht man dort die Küste der Insel Usedom.
Eine Wanderung auf dem Ruden fällt relativ kurz aus. Zum einen ist der bewaldete Norden für die Besucher völlig gesperrt und aufgrund der geringen Größe der Insel beträgt die Länge des ausgewiesenen Wanderweges nur etwa vierhundert Meter. Der Wanderweg beginnt am Hafen der Insel und geht in Richtung Süden. Dort findet man den Flugbeobachtungsturm, in welchem sich eine kleine Ausstellung befindet. Diese sollte man sich ruhig anschauen, denn dann kann man auch auf die Aussichtsplattform steigen, welche sich auf dem Turm befindet.
Von hier aus hat man einen sehr guten Überblick über die Insel und den Greifswalder Bodden, welchen man vom Boden aus oder anderen Standorten auf der Insel nicht bekommen kann. Durch die ausgewiesenen Wanderwege ist zudem der Bewegungsspielraum auf der Insel sehr begrenzt. Der Weg führt dann über sandige Wanderwege durch ein Kiefernwäldchen zurück zum Hafen, wo das Schiff schon wartet. Der Landgang mit einer Stunde hört sich etwas knapp bemessen an, die Zeit ist aber völlig ausreichend.