
Nikolaikirche Wismar
Dass auch die Nikolaikirche den Blick auf der historischen Altstadt von Wismar dominiert, ist wohl auch der Tatsache geschuldet,
dass das Kirchenschiff mit seinen gut siebenunddreißig Metern Höhe das Lübecker Vorbild nur mit anderthalb Meter
untertrifft, womit es das zweithöchste Kirchenschiff im norddeutschen Raum ist. Erbaut wurde diese Kirche in den Jahren von
1381 bis 1487 als Gotteshaus für die Seefahrer und Fischer der Stadt Wismar. Die Nikolaikirche wurde als dreischiffige
Basilika errichtet und orientiert sich noch stark an den baulichen Vorbildern. Eine Besonderheit ist die aufwendige
Gestaltung des Südgiebels mit figürlichen Formsteinen. Ein weiterer baulicher Schmuck des Gebäudes ist
das vorhandene Strebewerk, welches man in Form von sechzehn Strebebögen außerhalb des Mittelschiffes sehen kann.
Wie auch die Marienkirche besaß die Nikolaikirche ursprünglich ein gotisches Spitzdach, welches eine Höhe von
gut hundertzwanzig Metern aufwies. Anfang des 18. Jahrhunderts zerstörte ein schwerer Sturm den Turmhelm, welcher bei
seinem Sturz auf das Kirchenschiff dieses schwer beschädigte. Die Bauarbeiten bis zur endgültigen Wiederherstellung
des Bauwerks nahmen über hundertfünfzig Jahre in Anspruch, wobei der Kirchturm aber nur noch das relativ flache Dach
erhielt, welches er heutzutage immer noch besitzt.

Strebebögen der Nikolaikirche Wismar
Heute besitzt der Turm zum Vergleich zum ursprünglichen Turmhelm nur
noch eine Höhe von vierundsechzig Metern. Aufgrund dieses Unglücks wurde auch der Großteil der Inneneinrichtung
der Kirche zerstört, was zur Folge hatte, dass die baulich rein gotisch ausgeführte Kirche, eine zeitgemäße
Inneneinrichtung im Stil des Barock erhielt. Von der ursprünglichen Ausstattung, welche die Nikolaikirche im Mittelalter noch
besaß, sind nur noch sehr wenige Stücke erhalten geblieben. Erwähnenswert wären der Schifferaltar, welcher aus
dem 16. Jahrhundert stammt und der Taufstein aus Granit, welcher aus dem frühen Mittelalter stammt. Während die
Marienkirche und die Georgenkirche während der Bombenangriffe des zweiten Weltkrieges schwere Beschädigungen
davontrugen, kam die Wismarer Nikolaikirche relativ glimpflich davon. Die kleinen Beschädigungen waren ein paar Jahre
nach Kriegsende schon wieder Geschichte und die Nikolaikirche für einige Jahrzehnte die einzig erhalten gebliebene
Pfarreikirche der Stadt Wismar.